Kritiken

Eine bewegende Totenmesse in der Stiftskirche – gelungener Auftakt mit Mozarts „Requiem“

Millstatt. Strahlend erklang das „Sanctus“, expressiv das „Recordare“, feierlich schwebte nach einer großen Steigerung das mächtige „Amen“ des „Lacrimosa“ durch den Raum der Stiftskirche von Millstatt. Zu diesen Klängen ließ auch Miloš Forman in seinem preisgekrönten Film „Amadeus“ den Komponisten sterben: alles bewegende Schlüsselstellen im Requiem von Wolfgang Amadè.

Mit großer Eindringlichkeit hörte man diesmal Mozarts Totenmesse vom Singkreis Seltenheim Klagenfurt. Chorleiter Karl Altmann, der sich bei seinem Dirigat überwiegend auf seine Sängerinnen und Sänger konzentrierte, hat an Ausdruck, Dynamik und Spannungsbögen gefeilt, was sich besonders bei den beinahe immer sauberen Fugen manifestierte. Insgesamt erklangen der Chor und die auf dunklem Klanggrund und mit drängender Intensität spielende Academia Ars Musicae (Leitung: Brian Finlayson) bis auf Kleinigkeiten mit großer Klangschönheit, Homogenität, Lebendigkeit, vielen dynamischen Schattierungen, in eher zügigen Tempi und großer Spannung. Und so blieb die erschütternde Wirkung ungebrochen.

Recht ausgewogen war das Solistenquartett. Für den starken Applaus wiederholte man nochmals das rhythmisch präzise musizierte und effektvolle „Confutatis“ (sic!).

Zu Beginn des Konzerts konnte man sich übrigens an der innig gesungenen Motette „Ave verum corpus“ erfreuen.

HC, Kleine Zeitung, 16. Juni 2015